Am Donnerstag, den 27. September heißt es endlich wieder:
Willkommen beim Literarischen Herbst in der Stadtbücherei Würzburg.

Den Anfang macht dieses Mal Karen Duve, die ihren neuen Roman „Fräulein Nettes kurzer Sommer“ vorstellen wird. Gnadenlos realistisch und mit ihrem lakonisch-trockenen Humor erzählt Karen Duve über die Liebes- und Lebenskatastrophen der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff. „Fräulein Nettes kurzer Sommer“ ist das Porträt einer jungen rebellischen Frau in einer Welt, in der nichts so blieb, wie es war.

Hanns-Josef Ortheil, einer der wichtigsten deutschen Autoren der Gegenwart, ist in Würzburg ein immer wieder gern gesehener Gast. Am Dienstag, den 2. Oktober erzählt der Schriftsteller von der Entstehung seiner zuletzt erschienen Bücher „Der Typ ist da“ und „Was ich liebe und was nicht“. Vertieft werden seine frei erzählenden „Werkstatteinsichten“ durch Kurzlesungen aus diesen Werken und einer exklusiven Textprobe aus dem im November erscheinenden Buch „Die Mittelmeerreise“. Eine Lesung als kleine Führung durch eine Schriftstellerwerkstatt und die Besonderheiten ihrer Praxis machen diesen Abend zu einem besonderen Erlebnis.

Zur Ausstellung der Graphic Novel von Antje Herzog „Lampe und sein Meister Immanuel Kant“ findet am Donnerstag, den 11. Oktober eine Veranstaltung des Fachbereichs Kultur der Stadt Würzburg in Kooperation mit der Stadtbücherei statt.
Der Schauspieler Martin Menner liest aus dem Monodram „Ein Nebulo bist Du“ von Jens Sparschuh. Das Stück ist aus der Perspektive von Martin Lampe geschrieben, dem aus Würzburg stammenden langjährigen Diener Kants.
Sparschuh beschreibt zugleich unterhaltsam und tiefsinnig die Sicht des Kammerdieners Lampe auf den großen Gelehrten und gewährt – zumindest ein Stück weit – Einblick in Kants Ideenwelt. 

Kirsten Fuchs, die vermutlich bekannteste und beliebteste Autorin der Berliner Lesebühnenszene, wird am Dienstag, den 16. Oktober ihr Buch „Signalstörung“ vorstellen. Ihre mal komischen, mal ernsten, schrägen, schnoddrigen und in hundert Farben leuchtenden Storys behandeln ganz alltägliche Dinge, die auf eine nicht alltägliche Art und Weise erzählt werden. Es sind gut beobachtete Szenen aus dem Leben normaler Menschen, die mit spitzer Feder kommentiert sind und bei denen jede Pointe sitzt. Stets geht sie in ihrer speziellen und unnachahmlichen Weise die großen Fragen des Daseins an.

Wei Zhang, die1990 nach Europa kam und heute in der Schweiz lebt, besucht am Mittwoch, den 7. November die Stadtbücherei Würzburg. Ihr im Frühjahr erschienener  Roman „ Eine Mango für Mao“ spielt in China und beginnt 1968, während der Kulturrevolution. Erzählerin ist die fünfjährige Yingying, durch deren Augen die Schrecken jener Zeit geschildert werden. Obwohl Wei Zhang selbst während der Kulturrevolution aufwuchs, ist der Roman nicht autobiographisch. Hier wird vielmehr eine Kindheit geschildert, die noch immer typisch für die meisten Menschen ihrer Generation ist.
Moderation: Christine Lötscher, Literaturkritikerin und Jurymitglied „Deutscher Buchpreis 2018“

Michael Kleeberg, der am Mittwoch, den 14. November in der Stadtbücherei gastiert, erzählt in seinem neuen Roman „ Der Idiot des 21.Jahrhunderts“ von einem Freundeskreis, der sich das hehre Ziel gesetzt hat, eine Utopie eines anderen Zusammenlebens zwischen den Kulturen zu verwirklichen. Mosaikartig erzählt Michael Kleeberg die Geschichten aus dem Leben dieser Personen und begibt sich dabei jeweils zu den Wurzeln ihrer Kulturen. Orient und Okzident, Einwanderer, Auswanderer, Aussteiger, Islam, Christentum, Kapitalismus und die Suche nach dem Glück: Michael Kleeberg erzählt Geschichten und Schicksale aus einer globalisierten Welt.

Am Dienstag, den 20. November findet nun zum zweiten Mal die Würzburger Lesebühne in der Stadtbücherei statt. Großraumdichten & Kleinstadtgeschichten, Lesebühne Bühnen-Poesie und Neonlyrik, poetische und satirische Kurzgeschichten, Spoken-Word-Texte und erlesene Musik stehen an diesem Abend wieder auf dem Programm. 
Die Autorinnen Pauline Füg und Ulrike Schäfer, beide Kulturförderpreisträgerinnen
der Stadt Würzburg, präsentieren zusammen mit dem Bühnenpoeten Tobi Heyel ihre neuesten Werke. Als Gäste sind dieses Mal der bekannter Autor und Poetry Slammer Sulaiman Masomi sowie die preisgekrönten Musiker Anton Mangold (Saxophon) und Max Koch (Gitarre) eingeladen. Ein abwechslungsreicher literarisch-musikalischer Abend mit Lyrik, Prosa und Jazz.

Am Donnerstag, den 29. November bildet die Schweizer Debütantin Gianna Molinari den Abschluss des diesjährigen Literarischen Herbst.
In „Hier ist noch alles möglich“ entwirft die Autorin die psychologische Studie einer namenlosen Frau, die einen Job als Nachtwächterin in einer demnächst schließenden Fabrik annimmt. Auf das Fabrikgelände soll ein Wolf eingedrungen sein. Mit jeder Nachtschicht wird die Suche nach dem Wolf immer mehr zu einer Suche nach sich selbst. Denn da, wo scheinbar nichts geschieht, ist noch alles möglich. 2017 wurde Gianna Molinari mit dem 3sat-Preis ausgezeichnet.

Neben diesen Lesungen bietet die Stadtbücherei auch Ausstellungen, die Lernwerkstatt, die Schreibwerkstatt, das Literaturcafé, die Jugendbuchwochen und viele weitere Aktionen. Das gesamte Programm findet sich im Internet unter www.stadtbuecherei-wuerzburg.de.

Alle Veranstaltungen finden um 20 Uhr im Lesecafé der Stadtbücherei statt. Der Eintritt beträgt 10 €. Der Eintritt für die Lesung am 2.10. mit Hanns-Josef Ortheil beträgt 12 €. Bei der Veranstaltung „Würzburger Lesebühne“ am 20. November gilt ein ermäßigter Preis für Schüler*innen, Studierende und Auszubildende von 7 € gegen Nachweis. Kartenvorverkauf in der Stadtbücherei im Falkenhaus, Kartenreservierung ist per Telefon (0931 – 372444), Fax (0931 – 373638) oder per Mail (stadtbuecherei@stadt.wuerzburg.de) möglich.

Ausführliche Informationen zu allen Lesungen findet ihr auf unserer Homepage.

 

Literarischer Herbst 2018
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