…kommen sie an besonderen Bibliotheken nicht vorbei, ohne einen Blick hinein zu werfen. Unser stellvertretender Leiter Herr König war in Dänemark unterwegs und hat in Aarhus das wirklich beeindruckende DOKK1 besucht, das viel mehr als nur eine Bibliothek ist. Hier sein Reisebericht:

Zukunftsweisend ist bereits das unter dem DOKK1 befindliche Parkhaus: nach der ebenerdigen Einfahrt stellt man sein Gefährt in einen der über 10 bereitstehenden Aufzüge, nachdem es verlassen und abgeschlossen wurde, verschwindet es in den Tiefen des Parklagers  Aber nach dem Bezahlen tauchte das Auto später zuverlässig wieder am bezeichneten Aufzug auf.

Hat man sich von seinem Fahrzeug also verabschiedet und dreht sich um, bietet sich dieses Bild:

Die Stadt steht Kopf über einem und man sieht sogleich Menschen und Medien!

Die faszinierende Außenansicht des DOKK1 ist bereits vielfach zu sehen gewesen, deshalb hier nur eine kurze Auswahl an Bildern von der Lage direkt am Hafenbecken, von der die Stadt wiederspiegelnden Außenhülle, den Spielgeräten auf den Außenflächen:

Wir waren an einem Sonntag Vormittag dort; selbstverständlich war die Bibliothek geöffnet. Was überraschte: sie war bereits gut bevölkert und trotzdem gab es überall großzügige Freiflächen, nirgends das Gefühl von Enge!
Was als nächstes faszinierte: an jeder Ecke gibt es irgendwas zu entdecken, auszuprobieren, zu machen:

Die große Glocke, die angeschlagen wird, wenn im Aarhuser Krankenhaus ein Kind auf die Welt gekommen ist; eine Station mit antiken Konsolenspielen („Pong“ war auch da!); eine Vitrine mit historischen technischem Gerät wie Transistorradio, Kassettenrekorder, Wählscheibentelefon etc. und zeitgenössischen Medien; eine komplette Spielküche; eine Beatboxing-Station, bei der durch Berührung die einzelnen Gesangsstimmen und die Untermalung zugeschaltet werden können; gefaltete Buchkunst … die Reihe ließe sich weiter fortsetzen!

Die nächsten Entdeckungen: einige Sonderräume für Gruppenaktionen wie Makerspace, Bastelraum, Studio, Bewegungsraum, Arbeitskabinen:

Und zu guter letzt, was der Bibliothekar entdeckte:

Da war der „BogAutomat“ in der Kinder – ein Touchscreen an den Regalseiten, über den die Medien nach beliebten Kategorien abrufbar sind (Piraten, Dinosaurier…), Annotationen und ähnliche Medien aufgerufen werden können; der (wirklich!) große Bildschirm als Hinweis auf die Auskunft, persönlicher gestaltet durch Bilder der dort Tätigen; viele Medien sind lediglich durch Regalbeschriftung sortiert, ohne Rückensignaturen, sehr oft auch ohne Foliierung; an den Verbuchungsterminals hängen kostenlose DOKK!-Plastiktragetaschen, finanziert wohl durch die Werbekleinanzeigen auf der Rückseite (was angesichts der Plastik-Diskussionen wohl nicht mehr nachahmenswert ist). In der Summe also ein rundum spannender Besuch!

Aber auch andernorts tut sich was: selbst in kleineren Städten Norwegens findet sich häufig im Zentrum ein moderner Kulturzentrumsbau mit Bibliothek und Volkshochschule und die Hauptstadt Oslo baut ganz neu für die Stadtbibliothek, direkt am Hafen (Fertigstellung Anfang der Zwanziger Jahre geplant), und das in prominenter Nachbarschaft: rechts am Bildrand ist der Neubau des Munchmuseums zu sehen, bereits fertig (im Vordergrund) ist der spektakuläre Bau der neuen Oper, installiert auf einer blendend weißen schrägen Fläche, die direkt ins Hafenbecken führt. Die Zugänge zum Zuschauerraum im Innern sind dagegen komplett aus Holz gestaltet:

 

Die Wandgestaltung im Foyer ein Kunstwerk für sich:

Wenn Bibliothekare reisen…
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